Jack Nicholson

Jack Nicholson, Portrait/Porträt - Textportrait Jack Nicholson - Biographie: Ralph Ueltzhoeffer 2009 [DE] (Text: 23.06.09) John Joseph (Jack) Nicholson (* 22. April 1937 in New York City) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. Er gilt als einer der bekanntesten und vielseitigsten Darsteller seiner Zeit. Mit drei Oscars – zwei als bester Hauptdarsteller und einem als bester Nebendarsteller – sowie insgesamt zwölf Nominierungen – acht davon als bester Hauptdarsteller – hält er bis heute einen Rekord. Leben Jugend und Ausbildung Jack Nicholson wuchs ohne Vater auf. Er entstammt einer Familie mit irischen, englischen und niederländischen Wurzeln. Da seine Mutter June bei der Entbindung erst 17 Jahre alt war, gab sich Jacks Großmutter Ethel an ihrer Stelle als seine Mutter aus, um dem Ansehen ihrer Tochter nicht zu schaden. June übernahm die Rolle der älteren Schwester. Erst 1974 erfuhr Nicholson die Wahrheit über seine Familie. Seinen wahrscheinlichen Vater, den italienischstämmigen Schauspieler Don Furcillo († 1997), hat er nie gesehen. Den Entschluss, Schauspieler zu werden, fasste er schon als kleiner Junge. Er engagierte sich in der Theatergruppe seiner Schule und galt schon bald als Klassen-Clown. Zu seinen Kindheitsfreunden zählte auch der Schauspieler Danny DeVito, mit dem er 1975 in Einer flog über das Kuckucksnest zu sehen ist. Nach dem Abschluss der Manasquan High School verließ er 1954 seinen Heimatort Neptune, New Jersey, und folgte seiner Mutter June nach Hollywood. Dort arbeitete er als Botenjunge für die Trickfilmabteilung von MGM. Ende der 1950er Jahre nahm Nicholson Schauspielunterricht bei Jeff Corey. Zu seinen Kommilitonen gehörten Richard Chamberlain und James Coburn. 1958 traf er den Produzenten Roger Corman, der ihn für seinen Film Schrei, Baby-Killer besetzt. Auch in den Folgejahren war Nicholson hauptsächlich für Corman tätig und trat in B-Movies wie Kleiner Laden voller Schrecken, Der Rabe – Duell der Zauberer, The Terror (sein Regiedebüt) oder Die wilde Jagd auf. Seine Rolle war häufig die des jugendlichen Rebellen. 1962 heiratete er die Schauspielerin Sandra Knight, 1963 kam seine erste Tochter Jennifer zur Welt. Im selben Jahr starb seine Mutter June an Krebs. Die Ehe mit Sandra Knight wurde 1966 geschieden. Jack Nicholson hat insgesamt fünf Kinder von vier verschiedenen Frauen. „Aber nach allem, was ich weiß, könnten es 9000 sein“ so Nicholson über sich selbst. [1] Hollywood-Karriere Mitte der 1960er Jahre versuchte sich Nicholson als Autor, schrieb u.a. das Drehbuch für The Trip. Bei der Verfilmung durch Roger Corman lernte er 1967 Peter Fonda und Dennis Hopper kennen. Bei deren Umsetzung des Roadmovies Easy Rider 1969 war Nicholson zunächst nur als ausführender Produzent anwesend, da er auf Bitten Hoppers den Kontakt mit der Produktionsfirma BBS hergestellt hatte. Nachdem Rip Torn, der ursprünglich den betrunkenen Anwalt spielen sollte, die Produktion noch vor Beginn der Dreharbeiten verließ, erklärte sich Nicholson jedoch bereit, die Rolle zu übernehmen. Der Kultfilm der Hippie-Generation und Klassiker der New-Hollywood-Bewegung machte Nicholson so über Nacht berühmt und brachte ihm die erste Oscar-Nominierung ein. Die zweite folgte nur ein Jahr später für Five Easy Pieces – Ein Mann sucht sich selbst. In den 1970er Jahren stieg Nicholson zum Superstar auf. Mittlerweile geschieden, feierte er mit Hopper, Fonda, Roman Polański und seinem besten Freund Warren Beatty wilde Drogen- und Sexpartys. Nach zwei weiteren Nominierungen (Das letzte Kommando, 1973, und Roman Polańskis Chinatown, 1974) erhielt er 1975 für Einer flog über das Kuckucksnest von Miloš Forman seinen ersten Oscar. Im Anschluss an mehrere Misserfolge drehte Nicholson 1980 mit der Regie-Legende Stanley Kubrick den Horror-Klassiker Shining, in dem er einen wahnsinnigen Schriftsteller spielte. Eine Liebesszene mit Jessica Lange in Wenn der Postmann zweimal klingelt sorgte 1981 für einen Skandal. Im gleichen Jahr wurde seine zweite Tochter Honey geboren. Die Mutter war das dänische Model Winnie Hollman. Nicholson war zu dieser Zeit bereits seit mehreren Jahren mit der Schauspielerin Anjelica Huston zusammen. Für Zeit der Zärtlichkeit wurde er 1983 erneut mit dem Oscar ausgezeichnet. In der Fortsetzung Jahre der Zärtlichkeit übernahm er 1996 einen Gastauftritt. Die Comic-Verfilmung Batman, in der er den Bösewicht Joker spielte, wurde zu einem seiner größten finanziellen Erfolge. Dank einer Gewinnbeteiligung nahm er über 60 Millionen Dollar ein. Jack Nicholson bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, 2001Kurze Zeit später trennte sich Anjelica Huston von Nicholson, als sie erfuhr, dass die Kellnerin Rebecca Broussard eine Tochter von ihm erwartete. Er gab ihr den Namen seiner Tante, Lorraine. 1992 kam ein Sohn, Raymond, zur Welt. Von 1999 bis 2001 lebte Nicholson mit der Schauspielerin Lara Flynn Boyle zusammen. Auf der Leinwand war er in den 1990er Jahren u. a. in Eine Frage der Ehre, Wolf – Das Tier im Manne und Mars Attacks! zu sehen. Seine Darstellung eines egoistischen Menschenhassers in Besser geht’s nicht brachte ihm 1998 den dritten Oscar ein, den er dem 1998 verstorbenen Schauspieler J. T. Walsh widmete. Zu Nicholsons jüngsten Projekten zählten About Schmidt sowie die Komödien Die Wutprobe und Was das Herz begehrt, in dem er sein Image als Frauenheld und Sex-Symbol auf den Arm nimmt. Im Jahre 2006 übernahm er im Thriller Departed – Unter Feinden neben Leonardo DiCaprio, Matt Damon und Mark Wahlberg eine der Hauptrollen. In dem 2007 veröffentlichten Film Das Beste kommt zum Schluss spielten er und Morgan Freeman zwei todkranke Patienten, die sich in ihrer verbleibenden Zeit ihre letzten Wünsche erfüllen. Deutsche Synchronstimmen Ab Mitte der 1980er Jahre wird Jack Nicholson im Deutschen von dem Synchronsprecher Joachim Kerzel gesprochen. Davor waren es Hansjörg Felmy (z. B. in Chinatown), Jörg Pleva (Shining), Erik Schumann (z. B. in Die Ehre der Prizzis) und insbesondere Manfred Schott (z. B. in Einer flog über das Kuckucksnest). Filmografie als Darsteller (Film) 1958: The Cry Baby Killer 1960: Die Sünde lockt (Too Soon To Love) 1960: The Wild Ride 1960: Kleiner Laden voller Schrecken (The Little Shop of Horrors) 1962: The Broken Land 1963: Der Rabe – Duell der Zauberer (The Raven) 1963: The Terror: Schloss des Schreckens (The Terror) 1964: Flight to Fury 1964: Ensign Pulver 1964: Back Door to Hell 1965: Ritt im Wirbelwind (Ride in the Whirlwind) 1967: Chicago-Massaker (The St. Valentine’s Day Massacre) 1967: Das Schießen (The Shooting) 1967: Die wilden Schläger von San Francisco (Hells Angels on Wheels) 1968: Psych-Out 1968: Head 1969: Easy Rider 1970: Einst kommt der Tag (On a Clear Day You Can See Forever) 1970: Five Easy Pieces – Ein Mann sucht sich selbst (Five Easy Pieces) 1970: The Rebel Rousers 1971: A Safe Place 1971: Die Kunst zu lieben (Carnal Knowledge) 1972: Der König von Marvin Gardens (The King of Marvin Gardens) 1973: Das letzte Kommando (The Last Detail) 1974: Chinatown 1975: Beruf: Reporter (Professione: reporter, auch The Passenger) 1975: Tommy (Tommy by „The Who“) 1975: Mitgiftjäger (The Fortune) 1975: Einer flog über das Kuckucksnest 1976: Duell am Missouri (The Missouri Breaks) 1976: Der letzte Tycoon (The Last Tycoon) 1978: Der Galgenstrick (Goin’ South) 1980: Shining (The Shining) 1981: Wenn der Postmann zweimal klingelt (The Postman Always Rings Twice) 1981: Reds 1981: Notre Dame de la Croisette 1982: Grenzpatrouille (The Border) 1983: Zeit der Zärtlichkeit (Terms of Endearment) 1985: Die Ehre der Prizzis (Prizzi’s Honor) 1986: Sodbrennen (Heartburn) 1987: Die Hexen von Eastwick (The Witches of Eastwick) 1987: Wolfsmilch (Ironweed) 1987: Nachrichtenfieber – Broadcast News (Broadcast News) 1989: Batman 1990: Die Spur führt zurück – The Two Jakes (The Two Jakes) 1990: Genial Normal (Perfectly Normal), mit Robbie Coltrane, Kenneth Welsh 1992: Man Trouble – Auf den Hund gekommen (Man Trouble) 1992: Jimmy Hoffa (Hoffa) 1992: Eine Frage der Ehre (A Few Good Men) 1994: Wolf – Das Tier im Manne (Wolf) 1995: Crossing Guard: Es geschah auf offener Straße (The Crossing Guard) 1996: Jahre der Zärtlichkeit – Die Geschichte geht weiter (The Evening Star) 1996: Mars Attacks! 1996: Blood and Wine 1997: Besser geht’s nicht (As Good As It Gets) 2001: Das Versprechen (The Pledge) 2002: About Schmidt 2003: Die Wutprobe (Anger Management) 2003: Was das Herz begehrt (Something’s Gotta Give) 2006: Departed – Unter Feinden (The Departed) 2007: Das Beste kommt zum Schluss (The Bucket List) als Darsteller (Fernsehen) 1957: Tales of Wells Fargo: Episode „The Washburn Girl“ 1958: Bronco: Episode „The Equalizer“ 1959: Mr. Lucky: Episode „Operation“ 1959: Hawaiian Eye: Episode „Total Eclipse“ 1960: The Andy Griffith Show 1961: Dr. Kildare: Episoden: „A Lost Patient“, „ What Happended to All the Sunshine and Roses?“, „The Taste of Crow“ und „Out of a Concrete Tower“ 1964: Voyage to the Bottom of the Sea 1980: Making Of „The Shining“ 1983: Salute to John Huston 1985: Live Aid 1995: Salute to Steven Spielberg 1996: Salute to Clint Eastwood 1999: Salute to Dustin Hoffman 2000: Hollywood rocks the Movies 1955–1970 als Drehbuchautor 1963: Thunder Island 1964: Flight to Fury 1965: Ride in the Whirlwind 1967: The Trip 1968: Head als Regisseur 1963: The Terror 1971: Drive He Said 1978: Der Galgenstrick (Goin’ South) 1990: Die Spur führt zurück – The Two Jakes (The Two Jakes) als Produzent 1965: Ritt im Wirbelwind (Ride in the Whirlwind) 1967: Das Schießen (The Shooting) 1968: Head 1971: Drive He Said Auszeichnungen Insgesamt ist Nicholson bislang (Stand: April 2007) mit mehr als sechzig Filmpreisen ausgezeichnet worden. Hinzu kommen mehr als 40 weitere Filmpreis-Nominierungen. Außerdem ist er der erfolgreichste Schauspieler bei den Oscars und konnte bislang als einziger Darsteller in drei aufeinanderfolgenden Jahrzehnten einen Oscar gewinnen.[2]. Im Jahr 1997 erhielt Nicholson einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame (6925 Hollywood Blvd.). Oscar Auszeichnung 1976: Bester Hauptdarsteller (für Einer flog über das Kuckucksnest) 1984: Bester Nebendarsteller (für Zeit der Zärtlichkeit) 1998: Bester Hauptdarsteller (für Besser geht’s nicht) Nominierung 1970: Bester Nebendarsteller (für Easy Rider) 1971: Bester Hauptdarsteller (für Five Easy Pieces – Ein Mann sucht sich selbst) 1974: Bester Hauptdarsteller (für Das letzte Kommando) 1975: Bester Hauptdarsteller (für Chinatown) 1982: Bester Nebendarsteller (für Reds) 1986: Bester Hauptdarsteller (für Die Ehre der Prizzis) 1987: Bester Hauptdarsteller (für Wolfsmilch) 1993: Bester Nebendarsteller (für Eine Frage der Ehre) 2003: Bester Hauptdarsteller (für About Schmidt) Golden Globe Auszeichnung 1975: Bester Hauptdarsteller – Drama (für Chinatown) 1976: Bester Hauptdarsteller – Drama (für Einer flog über das Kuckucksnest) 1982: Bester Nebendarsteller (für Reds) 1984: Bester Nebendarsteller (für Zeit der Zärtlichkeit) 1986: Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical (für Die Ehre der Prizzis) 1998: Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical (für Besser geht’s nicht) 1999: Cecil B. DeMille Award 2003: Bester Hauptdarsteller – Drama (für About Schmidt) Nominierung 1970: Bester Nebendarsteller (für Easy Rider) 1971: Bester Hauptdarsteller – Drama (für Five Easy Pieces – Ein Mann sucht sich selbst) 1972: Bester Hauptdarsteller – Drama (für Die Kunst zu lieben) 1974: Bester Hauptdarsteller – Drama (für Das letzte Kommando) 1988: Bester Hauptdarsteller – Drama (für Wolfsmilch)) 1990: Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical (für Batman) 1993: Bester Hauptdarsteller – Drama (für Jimmy Hoffa) 1993: Bester Nebendarsteller (für Eine Frage der Ehre) 2004: Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical (für Was das Herz begehrt) 2007: Bester Nebendarsteller (für The Departed – Unter Feinden) BAFTA-Award Auszeichnung 1975: Bester Hauptdarsteller (für Das letzte Kommando) 1975: Bester Hauptdarsteller (für Chinatown) 1977: Bester Hauptdarsteller (für Einer flog über das Kuckucksnest) 1983: Bester Nebendarsteller (für Reds) Nominierung 1970: Bester Nebendarsteller (für Easy Rider) 1990: Bester Nebendarsteller (für Batman) 2003: Bester Hauptdarsteller (für About Schmidt) 2007: Bester Nebendarsteller (für The Departed – Unter Feinden) Internationale Filmfestspiele von Cannes Auszeichnung 1974: Bester Schauspieler (für Das letzte Kommando) Nominierung 1971: Goldene Palme (für Drive, He Said) Weitere Auszeichnungen American Film Institute 1994: AFI Life Achievement Award David di Donatello 1976: Bester ausländischer Schauspieler (für Einer flog über das Kuckucksnest) National Board of Review 1975: Bester Schauspieler (für Einer flog über das Kuckucksnest) 1981: Bester Nebendarsteller (für Reds) 1983: Bester Nebendarsteller (für Zeit der Zärtlichkeit’) 1992: Bester Nebendarsteller (für Eine Frage der Ehre) 1997: Bester Schauspieler (für Besser geht’s nicht) 2006: Beste Ensembleleistung (für The Departed – Unter Feinden) New York Film Critics Circle Award 1974: Bester Schauspieler (für Chinatown) 1975: Bester Schauspieler (für Einer flog über das Kuckucksnest) 1986: Bester Schauspieler (für Die Ehre der Prizzis) 1987: Bester Schauspieler (für Die Hexen von Eastwick) National Society of Film Critics 1970: Bester Nebendarsteller (für Easy Rider) 1975: Bester Schauspieler (für Einer flog über das Kuckucksnest) 1975: Bester Schauspieler (für Chinatown) 1984: Bester Nebendarsteller (für Zeit der Zärtlichkeit) 1986: Bester Schauspieler (für Die Ehre der Prizzis) Saturn Award 1988: Bester Schauspieler (für Die Hexen von Eastwick) London Critics Circle Film Awards 1999: Bester Schauspieler (für Besser geht’s nicht) Literatur Meinolf Zurhorst, Lothar Just: Jack Nicholson. Seine Filme – sein Leben. Heyne-Filmbibliothek, Nr. 52. Heyne, München 1983, ISBN 3-453-86052-7 Adolf Heinzlmeier: Jack Nicholson. Hollywoods Wolf im Schafspelz. Lübbe, Bergisch Gladbach 1991, ISBN 3-404-61192-6 Patrick McGilligan: Jack’s life. Jack Nicholson, eine Biografie (OT: Jack’s life). Henschel-Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-89487-205-5 John Parker: Jack Nicholson. Mehr Clown als Macho (OT: The joker’s wild). Heyne-Filmbibliothek, Nr. 219. Heyne, München 1995, ISBN 3-453-09004-7 Edward Douglas: Jack Nicholson – der große Verführer (OT: Jack – the great seducer). Heyne, München 2005, ISBN 3-453-12052-3 Bernd Zywietz: The Two Jacks. Das doppelbödige Spiel des frühen Jack Nicholson. In: Film-Konzepte 14: Hollywoods Rebellen Marlon Brando, Jack Nicholson, Sean Penn. Nr. 4 / 2009, München: edition text + kritik, S. 31–485, ISBN 3-86916-002-0